2.Baulos - Bürgervorschläge Tunnelplanung zur Erweiterung der BAB A1 und BAB A3 in Leverkusen

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Bild 2.1: 1./2. Bauabschnitt Lageplan                           Bild 2.2: Lageplan Tunnel Küppersteg

Bild 2.3: Querschnitt Tunnel Küppersteg                    Bild 2.4: Längsschnitt Tunnel Küppersteg

Bild 2.5: Alternativplanung Malteserkreuz                 Bild 2.6: Lageplan Südverbreiterung Stelze

Bild 2.7: Schnitt Südverbreiterung Stelze und Alternativplanung Tunnel Küppersteg

Miniaturbilder: Vergrößern mit Anklicken, Umblättern mit Pfeilen!

                                                     
Baubeschreibung Tunnelalternative Küppersteg und Nachteile Stelze - Kurzfassung:

Der ca. 1,8Km lange Tunnel beginnt im Westen am Endwiderlager der Vorlandbrücke (Hochstraße "A"), unterfährt die B8, die DB-Strecke und die Bismarckstraße (Bilder 2.1 und 2.2) und endet im AK-Leverkusen-Mitte (Bild 2.5). Der Längsschnitt (Gradiente)  ist auf Bild 2.4 zu sehen. Der vierzellige Tunnelquerschnitt (Bild 2.3) wird in sog. "offener Baugrube" mit etwa 2m Erdüberdeckung hergestellt. Die offene Baugrube ist ein kostengünstiges übliches Bauverfahren, bei dem auch Unterfahrungen z.B. unter der B8, der Bismarckstraße und der DB-Strecke übliche Bauroutine sind. Der Tunnel liegt südlich teilweise neben und teilweise unter der Bestandsstelze und wird in zwei Teilabschnitten (Bild 2.7)  hergestellt. Der erste südliche Abschnitt besteht aus zwei Zellen südlich neben der vorhandenen Stelze, über die der Verkehr während der Bauzeit ungehindert weitergeht. Nach Fertigstellung des 1.Abschnittes wird der Verkehr der BAB A1 mit eingeschränkten 8-Fahrspuren in den Tunnel verlegt. Bei einer "Südtrasse" über den Rhein ist das sehr einfach, bei der beschlossenen "Nordtrasse" aufwendiger. Danach erfolgt der Abriß der Stelze und der zweite zweizellige Tunnelabschnitt wird unter der jetzigen bestehenden Stelze ergänzt. Mit dem Abriß der Bestandsstelze werden ca. 5ha sinnvoll nutzbare Fläche zurückgewonnen. Nach Fertigstellung des Gesamttunnels wird ein getrennter Zweirichtungsverkehr im Tunnel eingerichtet. Die beiden inneren Tunnelzellen mit Überhol- und Standspuren nehmen den Durchgangsverkehr Dortmund-Koblenz auf. Die beiden äußeren Tunnelzellen sind ebenfalls dreistreifig aber ohne Standspuren und übernehmen den Verteilerverkehr zwischen der BAB A1 und BAB A3.

Weil das Baufeld 37m breit ist, kann der Baubetrieb ohne wesentliche Störung des innerstädtischen Verkehrs abgewickelt werden, obwohl ca. 1,5 Mio. m³ Aushub anfallen. Die Nutzung des Tunnels ist durchgängig für Gefahrguttransporte möglich, da die Gefahrgutsicherung das Transportmittel erfüllt. Wegen der geringen Überschüttung ist der Aufwand für Belüftung gering, der Lärm- und Winterschutz ist zu 100% gewährleistet bzw. entfällt ganz. Eine Feinstaubfilterung ist denkbar. Die Aufwendungen für Sicherheitsvorkehrungen sind wegen der geringen Überschüttung niedrig. An den Tunnelausgängen werden Vorkehrungen gegen konzentrierte Emissionen getroffen. Im Kreuzungsbereich mit der BAB A3, dem AK-Leverkusen-Mitte, liegt die BAB A1 inTieflage, sodass für das von Herrn Kraneis geplante, verkehrstechnisch hocheffiziente, Malteserkreuz (Bild 2.5) nur noch drei oberirdische Ebenen erforderlich werden.

Wegen der Nähe zum 30000-Personen fassenden Stadion ist die Tunnellösung mit einem begrenzten Sicherheitsrisiko einer verbreiterten Stelze (Bild 2.6) weit überlegen, weil ein Kfz-Absturz aus 8m Höhe in womöglich nur 10m Entfernung einen ungleich höheren Personen- und Sachschaden anrichtet. Der Tunnel ist eine zeitgemäße städtebauliche Lösung, weil die Barrierewirkung eines großen Stelzenbauwerkes heute nicht mehr hinnehmbar ist. Immerhin haben die verantwortlichen Bauministerien in Bund und Land auch die Aufgabe den Städtebau nach geltenden Maßstäben zu pflegen. Der Neubau einer Stelze hat eine Fahrbahnhöhe von ca. 8m und darüber weitere 8m hohe Lärmschutzwände, dh. insgesamt ca. 16m (Bild 2.7) , die einem 5-geschossigen Haus entsprechen und das bei einem möglichen Abstand zur Bebauung von vielleicht nur 10-20m!

Allein die Planungsarbeiten an einer Superstelze sind m.E. unzeitgemäß. In einer Industriemetropole wie Leverkusen, die weltweit verflochten und bekannt ist, löst nur ein Tunnel in Küppersteg die Umwelt- und Städtebauanforderungen zeitgemäß und zufriedenstellend!

Nachteile einer neuen wesentlich (70% bis 80%) verbreiterten Super- "Megastelze":

Hinweise auf die offensichtlich von den Planern und den Entscheidungsträgern in den Bauministerien in Bund und Land favorisierte sog. "Megastelze" finden sich im "Ausblick auf die Machbarkeitsstudie des zweiten Bauabschnittes für Mai/Juni 2015". Angekündigt sind fünf Varianten der Hochlage , vier mit asymmetrischer Anordnung H01 bis H04 mit je 56,75m Breite und eine symmetrische Variante S01 mit 60,60m Breite. Die Bestandsstelze ist etwa 33,6m breit, so dass mit 70% - 80% Verbreiterung zu rechnen ist. In Südrichtung zum Stadion ist mit einer Verschiebung zwischen ca. 13m und ca. 30m zu rechnen, in Nordrichtung zur Wohnsiedlung Neuenhof hin mit ca. 5m bis ca. 27m Verschiebung. Nach bisherigen Erkenntnissen gab es eine Präferenz für die Südverschiebung, die auf einen Abstand zum Lindnerhotel hin von nur noch untragbaren 9,5m hinausläuft. Dargestellt ist diese untragbare Situation auf den Bildern 2.6 und 2.7! Im ungünstigsten Fall der Nordverbreiterung reduziert sich der derzeitige 40m Sicherheitsabstand zur Wohnsiedlung Neuenhof auf ganze ebenso untragbare 13m! Alle anderen Varianten liegen bei mittleren unzumutbaren 26m Abstand!

Allein die vorläufige Abstandsbilanz der "Megastelze" ist m.E. erschreckend und widerspricht allen Beteuerungen einer Verbesserung des bestehenden Zustandes.

Selbstverständlich müssen für den Neubau der "Megastelze" die gesetzlichen Werte der Schallschutzverordnung eingehalten werden. Dazu sollen Flüsterasphalt mit einem Verfalldatum von 10 Jahren auf null und ca. 8m hohe Schallschutzwände herhalten. Selbst dann ist mit diesen aktiven Maßnahmen mit kontinuierlichem Rückgang der Wirksamkeit für Tausende Haushalte in Wiesdorf und Küppersteg kein nächtlicher Lärmschutz möglich. Daher erhalten Tausende einen passiven Schutz mit Schallschutzfenstern und Zwangslüftung in Schlafzimmern. Wer kann die betroffenen Immobilien noch veräußern ohne drastische Werteinbußen oder bleibt gar darauf sitzen? Das zum völlig unbefriedigenden Schallschutz. Der Schutz gegen Feinstaub soll, glaubt man den Ausführungen der Planer, durch die Gestaltung der Schallschutzwände verwirbeln - und ist weg? Materie in Energie verwandelt mit profilierten Schallschutzwänden? - Einstein läßt grüßen!

Die "Megastelze" ist umweltschädlich, gesundheitsschädigend, mindert die Lebensqualität von 40000 betroffenen Anwohnern und zerstört Immobilienwerte in mehrfacher Höhe der Baukosten.

Der oberirdische Bau der "Megastelze" wird den innerstädtischen Verkehr erheblich in Anspruch nehmen und die Marienburger Straße verschwindet womöglich ganz. Das fertige Bauwerk mit einer geplanten Höhe von insgesamt 16m stellt eine Barriere dar und zerschneidet die Stadt, unterbricht die Kommunikation der Stadtteile und verunstaltet das Stadtbild. Leverkusen degeneriert langsam zu einem alles überwuchernden Autobahnknoten! Die Folge ist: Niedergang statt wirtschaftlicher und kultureller Aufschwung!

Der Bau der "Megastelze" mitten durch dicht besiedelte Wohnbereiche unserer Stadt wäre aus heutiger Sicht eine unzeitgemäße städtebauliche Entscheidung der verantwortlichen Bauministerien in Bund und Land, die eigentlich für einen modernen Städtebau zuständig sein müßten!

 
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